Das Heimatmuseum – Müggelheims Geschichtsstunde

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IMAG2783Ein besonderer Ort in Müggelheim ist das dorfeigene Heimatmuseum. Seit dem 12. Juni 2007 ist die „AG-Heimatmuseum Müggelheim“ für die Präsentation der Müggelheimer Geschichte zuständig: Ihr zentraler Aufgabenbereich besteht aus der Sammlung relevanter Gegenstände und Dokumente und Forschung zur Geschichte des Dorfes und seiner berühmten Persönlichkeiten. Dazu trifft sich die Arbeitsgemeinschaft einmal im Monat im Dorfklub. Besondere Unterstützung bei ihrem Vorhaben erhält die Arbeitsgemeinschaft dabei von den anderen Ortsbewohnern: Dem Museum wurden bereits alte landwirtschaftliche Geräte und Fotos gespendet, an denen Besucher feststellen können, wie das Leben in Müggelheim einst aussah.

Dass sich das Forschen lohnt, zeigt ein Blick auf die Geschichte des Ortes. Die Gründungsurkunde Müggelheims trägt das Datum des 1. Juni 1747 und die Unterschrift des preußischen Königs Friedrich dem Großen. Auf seinen Wunsch hin wurde das Gebiet erstmals besiedelt. Trotz des relativ jungen Alters ist der Ort geschichtlich interessant. Die Historie des Ortsnamens ist dabei interessant: Der Großteil der Siedler kam aus Odernheim – das „heim“ wurde auf den bereits existierenden „Müggelsee“, der neben dem zu besiedelnden Gebiet lag, übertragen. Somit entstand der Fusionsname „Müggelheim“.

Seit 1920 ist Müggelheim Teil Berlins – in der Entwicklung Müggelheims vom kleinen Bauerndorf bis hin zum attraktiven suburbanen Berliner Wohnort spielt dieses Datum eine wichtige Rolle. Im Einflussbereich der Hauptstadt kam dem Ort eine viel größere Relevanz zu. Seither ist der Ort auch besonders von Ausflüglern geprägt: Für diese bietet ein Besuch im Heimatmuseum sicherlich einen interessanten Einblick in die Geschichte des Ortes.

Im vergangenen Jahr präsentierte das Museum einige Ausstellungsstücke zur landwirtschaftlichen Geschichte des Ortes: Alte Geräte und Werkzeuge sollten den Müggelheim Bürgern aufzeigen, wie schwer ihre Vorfahren zu schuften hatten. Trotz der mühsamen Agrararbeit äußerte die Museumschefin Dagmar Belitz die Absicht, auf mehreren hundert Quadratmetern Getreide anzubauen und mit den alten landwirtschaftlichen Geräten zu ernten. Es sind diese originellen Ideen, auf die die Museumsarbeitsgemeinschaft stolz sein kann.

Die aktuelle Ausstellung „Die Feuerwehr in Müggelheim“ beschäftigt sich zum 90. Jubiläum der Müggelheimer Feuerwache mit der Geschichte der Brandbekämpfung im Ort. Zugleich soll die Ausstellung als Werbeveranstaltung für die Freiwillige Feuerwehr dienen: Diese ist unterbesetzt und kann alle ihre Aufgaben heute kaum erfüllen – daher sollen einige der 6500 Einwohner zur Mithilfe animiert werden. Besondere Unterstützung durfte die Arbeitsgemeinschaft Heimatmuseum von der Köpenicker Feuerwehr erfahren, die die Müggelheimer Feuerwache betreut. Zudem haben ehemalige Müggelheimer Feuerwehrleute offen aus ihrem Einsatzleben erzählt und der Ausstellung dadurch eine persönliche und lokale Atmosphäre gegeben.

Die Eröffnungsveranstaltung findet am 21. Juli um 18 Uhr statt.

Die Ausstellung selber ist vom 22. Juli bis zum 20. August täglich von 10-18 Uhr geöffnet.

Neben größerer Ausstellungen veranstalten die Museumsfreunde auch Vorträge und kleinere Feiern. So wurde beispielsweise 2010 eine Gedenkfeier zum 125. Todestag des Müggelheimers Johann Jacob Baeyer, der preußischer Generalleutnant war und Begründer der europäischen Gradmessung war. Doch auch Weihnachtsausstellungen, Adventsmärkten und Motorklub treffen fanden im Museum schon statt.

Angesichts der interessanten Historie Müggelheims kann davon ausgegangen werden, dass in Zukunft weitere spannende Veranstaltungen im Museum besucht werden können.

Ein Besuch im Heimatmuseum wird den Besuchern auch zeigen, dass Müggelheim mehr als ein ruhiger, ruraler Ausflugsort mit einer schönen Seenlandschaft ist – Müggelheim ist auch ein Ort, dessen Geschichte interessant ist.

 

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