So hat Müggelheim gewählt.

IMAG2838

IMAG2838Am Sonntag war die Wahl zum Abgeordnetenhaus in Berlin und der Köpenicker Bezirksverordnetenversammlung. Wer wird und bleibt der neue Bürgermeister? Wie schneiden die ehemals großen Volksparteien ab? Welche Rolle wird die Alternative für Deutschland spielen? Schafft die FDP ihren Wiedereinzug in die Bezirke? Diese Fragen beschäftigten die Wähler schon lange vorher. Und es war klar, dass sich diesmal etwas ändern würde. Wahlprognosen verschiedenster Institute und Forschungsgruppen sahen seinen mäßigeren Erfolg der AfD als in Mecklenburg-Vorpommern, aber auf jeden Fall zweistellig. Der Favorit war die SPD unter der Führung von Michael Müller. Auch wenn der Wowereit-Nachfolger bisher kaum etwas als Bürgermeister vorweisen konnte, waren die Bürger verunsichert von Frank Henkel, der in den letzten Wochen unter anderem durch seine Einsätze in der Rigaer Straße auf sich aufmerksam machte. Dem linken Berlin war dies offensichtlich zu radikal, so dass er in den Umfragewerten unterlag. Dabei wird sicherlich auch die Flüchtlingspolitik der Bundeskanzlerin mitgewirkt haben. Und auch wenn Angela Merkel nicht zur Wahl stand, assoziieren viele Bürger die Bundespolitik mit der Landespolitik. Man bekam es an den Wahlständen täglich zu hören.

In Müggelheim im Wahlkreis 5, änderten sich die Werte bis zuletzt. Gegen 22:00 Uhr lag die AfD hier noch vorn, und schien mit 27,5 % das Direktmandat zu bekommen. Die CDU konnte nicht einmal halb so viele Wählerstimmen für sich vereinen.

In der Nachzählung revidierte sich das Ergebnis dann zugunsten der SPD, die mit 26,3% stärkste Kraft wurde, gefolgt von der AFD mit 24,8% und den Linken mit 23,2%. Die CDU kam dann immerhin auf 13,8% und die Grünen blieben bei 6,7%. Tom Schreiber (SPD) erhielt somit das Direktmandat. Bei der Auszählung der Zweitstimmen, mit der man bekanntlich die Partei wählt, lag aber die AfD wieder vorn. 24,2% holte sie hier aus dem Stand gefolgt von der Linkspartei mit 22,4%. SPD und CDU mussten herbe Verluste hinnehmen.

Auch in der Besetzung der Bezirksverordnetenversammlung überraschte die AfD und holte gleich 12 Sitze. Die CDU bekam nur 7, die Grünen 5. Hier dominiert also weiterhin Rot-Rot mit 15 Sitzen für die SPD und 14 für die Linke. Die FDP ist diesmal wieder dabei und konnte mit Joachim Schmidt und Ralf Henze wieder zwei Sitze in der BVV ergattern.

Im Bezirk Treptow-Köpenick überwiegten die Zweitstimmen für die Linke mit 22,6% gefolgt von der AfD mit 20,5% und der SPD mit 20,4%.

parteiIm Land Berlin steht die Stimmung klar auf Rot Rot Grün. Michael Müller hat sich bereits gegen eine Zusammenarbeit mit der AfD ausgesprochen, was ihn erneut Sympathiepunkte gekostet haben dürfte. Georg Pazderski, Spitzenkandidat der AfD bemängelte das fehlende Demokratieverständnis des Regierenden. Was sich nun, ohne die CDU in Berlin verändern wird, muss sich zeigen. Nach der letzten Rot-Roten Landesregierung wurden zahlreiche Haushaltsstellen gestrichen und ausgebildete Polizisten nach Hamburg abgeschoben. Die Folgen zeigen sich nun durch mangelnde Sicherheit auf den Straßen und überforderte Bezirksämter. Auch wie es mit der Rigaer Straße ohne Hardliner weitergehen wird ist offen. Oder ob der BER bis zur nächsten Berlin-Wahl flugbereit ist. Und wie werden die Grünen, sollte es zur Koalitionsbildung mit ihnen kommen, ihre Ziele durchsetzen. Aber ohne die CDU in der Regierung werden sich Veränderungen nicht vermeiden lassen.

wt