Müggelheimer Persönlichkeiten Teil 1: Der Arbeiterdichter Curt Grottewitz

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Am 22. Februar 1866 wurde Curt Grottewitz als Max Curt Pfütze als Sohn eines Gutsbesitzers im sächsischen Grottewitz geboren. Der vielseitig begabte junge Mann studierte Naturwissenschaften, Germanistik und Philosophie. Nach seinem Studium promovierte er in Literaturwissenschaften. Mit Beginn seiner schriftstellerischen Laufbahn nahm der Doktor der Literatur den Künstlernamen Curt Grottewitz an. Den Naturfreund zog es im Jahr 1891 ins schöne Müggelheim. Inmitten des grünen Idylls Berlin lebte der gebürtige Sachse bis zu seinem Tod im Jahr 1905.

Curt Grottewitz gilt als der Begründer der Arbeiter-Wanderbewegung. Von Beginn seiner posthumen Veröffentlichung „Sonntage eines großstädtischen Arbeiters in der Natur“ im Jahr 1906 bis zum Jahr der Machtergreifung Hitlers zählte der in Müggelheim lebende Curt Grottewitz zu den meistgelesenen Schriftstellern der Arbeiterschaft. 1933 wurden seine Büchern durch die Nationalsozialisten verboten. Curt Grottewitz stand dem Friedrichshagener Dichterkreis sowie bekannten Sozialdemokraten wie August Bebel (1840-1913) nah. Zweiterer gilt als der Begründer der deutschen Sozialdemokratie und als einer der wichtigsten Parlamentarier seiner Zeit. Beim Friedrichshagener Dichterkreis handelt es sich um eine 1890 zusammengeschlossene Gruppe von Menschen, bestehend aus Künstlern, Intellektuellen, Anarchisten und Bohémiens. Der Dichterkreis sollte von nun an eine erhebliche Faszination auf eine Vielzahl an Menschen in ganz Europa ausüben.

Als leidenschaftlicher Naturliebhaber entführte Curt Grottewitz seine Leser in die zauberhafte Welt der Pflanzen. Eines seiner größten Anliegen war der Erhalt der Natur. Mit seinen Texten versuchte er ein Bewusstsein für den Reichtum und den kulturellen Wert der Natur zu schaffen. Als naturverbundener Mensch lebte Curt Grottewitz an einem Ort, der für ihn wie gemacht war. In der Umgebung von Müggelheim tragen heute mehrere Wanderwege den Namen des vielseitigen Müggelheimers.

Am 16. Juli 1905 starb der erst 49-Jährige durch ein Unglück beim Baden in der Großen Krampe in Müggelheim. Die Große Krampe liegt im Südosten Berlins und ist etwas über 3 Kilometer lang und rund 100 Meter breit. Die Fährlinie 21 der BVG verkehrt in den Sommermonaten zwischen Krampenburg und Schmöckwitz.

Obwohl Curt Grottewitz nur 15 Jahre im schönen Müggelheim lebte, zählt er bis heute zu den bekanntesten Müggelheimern. Zum 150. Geburtstag im letzten Jahr ehrte der Heimatverein Müggelheim den Gutsbesitzersohn. Zu seiner Müggelheimer Zeit lebte er in Alt-Müggelheim 15. In seinem alten Wohnhaus befindet sich heute das Gasthaus Müggelheim. Hier wurde ein Curt Grottewitz Zimmer eingerichtet, das ein Bild des promovierten Schriftstellers zeigt.

Begraben liegt Curt Grottewitz auf dem ehemaligen Friedhof am Krampenburger Weg 13. Der Friedhof ist heute eine Grünanlage. Trotzdem wird dem bekannten Müggelheimer hier ewiges Ruherecht gewährt.