Müggelheimer Persönlichkeiten Teil 2: Der Physiker Robert Rompe

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Der am 10. September 1905 in St. Petersburg und am 6. Oktober 1993 in Müggelheim gestorbene Robert Rompe war ein deutscher Kernphysiker. Gleichzeitig war auch Widerstandskämpfer und machte sich einen Namen als Wissenschaftsorganisator in der ehemaligen DDR.

Im Jahr 1923 nahm der junge Mann sein Studium der Physik und Fernmeldetechnik in Berlin auf. Im Jahr 1930 vollendete er seine Dissertation bei Peter Pringsheim, einem deutschen Professor für Physik. Von nun an durfte er sich stolz „Dr. Robert Rompe“ nennen. Die Erfindung der Quecksilber-Höchstdrucklampe geht auf den Physiker Robert Rompe zurück. Energiesparende Lichtquellen lagen dem jungen Wissenschaftler am Herzen.

Nicht zuletzt war Robert Rompe auch Politiker. Im Jahr 1932 wurde er Mitglied der KPD. Er stand in engem Kontakt mit einigen Berliner Widerstandsgruppen. Dies hatte mehrfache Verhaftungen zwischen 1935 und 1945 zur Folge. In der Zeit zwischen 1939 und 1945 arbeitete Robert Rompe als Biophysiker am Kaiser-Wilhelm-Institut für Genetik, das damals in Berlin-Buch seinen Sitz hatte.

Robert Rompe zählt zu den einflussreichsten Wissenschaftlern der ehemaligen DDR. Zwischen 1949 und 1970 leitete er das Physikalisch-Technische Institut der neu aufgebauten Deutschen Akademie der Wissenschaften, die sich ab 1972 „Akademie der Wissenschaften der DDR“ nannte. Zudem war Robert Rompe zwischen 1950 und 1958 Leiter des Akademie-Instituts für Strahlungsquellen. Hier war auch Heinrich Kindler tätig. Er gilt als Mitbegründer des ersten Instituts für Regelungstechnik und rief damit die Ausbildung von Diplom-Ingenieuren für Regelungstechnik in Deutschland ins Leben.

Robert Rompe wurde im Jahr 1951 mit dem „Nationalpreis der DDR“ geehrt. Von drei möglichen Klassen wurde Robert Rompe der zweiten Klasse zugeordnet. Der Preis wurde unter anderem für „hervorragende schöpferische Arbeiten auf den Gebieten der Wissenschaft und Technik“ oder für „bedeutende mathematisch-naturwissenschaftliche Entdeckungen“ verliehen.

Robert Rompe ist der Stiefvater von Arthur Alexander ‘Aljoscha’ Rompe, Sänger und Begründer der 1983 in Ostberlin gegründeten Punk-Band Feeling B.

Seit Mitte der 1980er Jahren lebte Robert Rompe im Ortsteil Kloster in Hiddensee. Kloster gilt heute als der kulturelle Dreh- und Angelpunkt der Gegend. Hier befindet sich unter anderem die Ruhestätte des deutschen Dramatikers und Schriftstellers Gerhard Hauptmann (1862-1946). Hiddensee gilt als die „Insel der Gestrandeten“. Das Grab der Familie Rompe befindet sich ebenfalls in Hiddensee, westlich von Rügen.

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